FOOD FUTURE DAY am 24. Oktober 2017

Am 24. Oktober 2017 veranstalteten das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik e.V. und die Hochschule Osnabrück den 7. FOOD FUTURE DAY. Der Campus Haste in Osnabrück wurde an diesem Tag zu einem Branchentreffpunkt und beweist einmal mehr, dass Wissenschaft und Wirtschaft, Theorie und Praxis eng miteinander verbunden sind. Mit 25 lebensmittelverarbeitenden Unternehmen ist der FOOD FUTURE DAY eines der größten Recruiting Events der Lebensmittelbranche. Mehr als 300 Studierende, Absolventen und  Fachkräfte nutzten dies als Plattform um Kontakte mit potentiellen Arbeitgebern zu knüpfen und Interesse an offenen Stellen, Traineeprogrammen oder Praktika mit Abschlussarbeiten zu zeigen. Das Recruiting-Event wird durch ein spannendes Rahmenprogramm ergänzt. Der Verband der Ernährungswirtschaft (VdEW) stellte den mit 1.200 € dotierten Campus-Preis, der die besten studentischen Projekt- oder Abschlussarbeiten auszeichnet. In diesem Jahr wurden vier Studierende für ihre herausragenden Arbeiten geehrt. Unter dem Programmpunkt „Berufsbilder Live“ berichteten acht Absolventinnen und Absolventen über ihren Berufseinstieg. Da ihr eigener Start ins Berufsleben erst ein bis zwei Jahre zurückliegt, konnten sie den Studierenden auf Augenhöhe Tipps und Tricks für einen positiven Einstieg geben. Im „Bewerbungsmappencheck“ erhielten die Teilnehmer/innen in Einzelgesprächen wertvolle Tipps für ihre Bewerbungsunterlagen  von den Unternehmen. Wer sich über aktuelle Entwicklungen in der Lebensmittelbranche informieren wollte, fand seinen Platz in Vorträgen in den Themenbereichen Markt, Produktion, Technologie und Qualität, Qualitätsfaktoren der Ernährung oder Biotechnologie.

 

Impressionen FOOD FUTURE DAY 2017

Campus-Preis des VdEW 2017

Im Rahmen des FOOD FUTURE DAYs 2017 stellte der Verband der Ernährungswirtschaft den mit 1.200 € dotierten 7. FOOD FUTURE Campus-Preis, der die drei besten studentischen Projekt- und Abschlussarbeiten auszeichnet. Aus den eingereichten Vorschlägen wählte eine Jury vorab sechs Arbeiten aus. Die Verfasser bekamen die Chance ihre Arbeit vor der Jury und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des FOOD FUTURE DAYs zu präsentieren. Im letzten Jahr wurden vier Absolventen ausgezeichnet:

1. Platz: Deniz Keser „High-Power Ultrasound and High-Shear Pre-Treatment of Spent Coffee Slurry for the Thermal Hydrolysis Process“

2. Platz: Steffen Genesius „Anwendung von Six Sigma zur Prozessoptimierung bei der Mürbeteigproduktion unter besonderer Berücksichtigung der Ausschussreduzierung. Dargestellt am Beispiel der Conditorei Coppenrath & Wiese KG “

3. Platz: Maren Schulze „Das Lebensmittel Fleisch im Wandel: Veränderungen seiner Bedeutung in Gesellschaft, Ernährung und Ethik“; Sascha Prus „Physico-chemical characterization of plant proteins for high-moisture extrusion“

Die Gewinner des Campus-Preises: Maren Schulze, Sascha Prus, Deniz Keser und Steffen Genesius (v.l.n.r.) / Foto: DIL e.V. in Quakenbrück

FFD Recruiting Event 2017

Die Lebensmittelbranche gehört zu den größten in Deutschland, Europa und der Welt – ein enormer Jobmarkt der gerade Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern vielfältige Karrieremöglichkeiten bietet. Für Unternehmen stellt die gezielte Ansprache qualifizierter Nachwuchskräfte einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil dar. Der FOOD FUTURE DAY holt Arbeitgeber und interessierte Schüler und Schülerinnen, Studierende sowie Absolventinnen und Absolventen an einen Tisch und ermöglicht beiden Seiten einen schnellen und unverbindlichen Kontakt. Folgende Unternehmen haben am 7. FOOD FUTURE DAY teilgenommen:

Apetito AG
Arla Foods Deutschland GmbH
AVO
Biofino
BIQ
Brabender
Coppenrath & Wiese KG
DIL
Elea
Emsland Group
Foodjobs GmbH
Fuchs
Heidemark
Jäckering Mühlen- und Nährmittelwerke GmbH
Kemper
Lindt und Sprüngli GmbH
Meat Cracks Technologie GmbH
Rothkötter
Saturn Petcare GmbH
Sauels
Stockmeyer
Storck
Theo Müller
Vion
Westfleisch SCE bmH

FFD Sessions 2017

Im Rahmen des Branchentreffpunkts fanden fünf parallele Sessions statt, in denen zu folgenden Themenfeldern referiert und diskutiert wurde:

Session 1: Markt

Stellenwert der Wirtschaftsingenieurausbildung für die Marktorientierung von Unternehmen

In der diesjährigen Marktsession des Food Future Day steht der Wirtschaftsingenieur im Mittelpunkt. Die bewusst provokant gewählte Leitfrage soll lauten: „Sind Wirtschaftsingenieure die besseren BWLer?“. Im Rahmen der Session soll diese Frage speziell für marktorientierte Profile beleuchtet und diskutiert werden. Dazu werden ehemalige Studierende des Studiengangs BLP, die seit Kurzem in der Lebensmittelpraxis tätig sind, ihre persönliche Erfahrung und Einschätzung zu dieser Frage vorstellen. Hier werden sowohl positive als auch negative Aspekte in Form von Verbesserungsvorschlägen diskutiert. Im Rahmen eines Workshops mit allen Teilnehmern der Session werden zudem Ideen für interdisziplinäre Formen in der Lehre sowie praxisorientierte Projekte erarbeitet und vorgestellt. Die Session wird durch einen Vortrag von Frau Bianca Burmester von foodjobs.de zum Thema Karriere und Gehalt in der Lebensmittelbranche eingeleitet. Prof. Dr. Ulrich Enneking stellt zudem die Ergebnisse der diesjährigen Alumnibefragung zum Thema Berufseinstieg in der Lebensmittelbranche vor.

Session 2: Produktion

Aktuelle Themen aus Controlling, Produktion und Logistik

In der Session Produktion werden die Aspekte der Lean-Production anhand zweier Anwendungsfelder exemplarisch in ihrer praktischen Umsetzung thematisiert. Für die Kaffee-Industrie wird zuerst ein Konzept der autonomen Instandhaltung mittels selbststeuernder mitarbeiterfokussierter Prozesse behandelt (Sebastian Kerbstadt, Jacobs Douwe Egberts). Für die Vielzahl der produktionsbegleitenden Verwaltungsaufgaben wird als zweites Schwerpunktthema ein Ansatz der Lean-Production in diesem speziellen Anwendungsumfeld vorgestellt (Anika Behrens, Hochschule Osnabrück). In der anschließenden Diskussion können einzelne Aspekte weiter vertieft werden.

Session 3: Technologie und Qualität

Recycling und Verwertung von Lebensmittelverpackungen

Die Verpackungsentsorgung bzw. das Recycling von Verpackungen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Auch in den Medien und im alltäglichen Leben kann man dies wahrnehmen (Meeresvermüllung, Kaffeebecher etc.). In dieser Session soll vermittelt werden,

  • welche Verwertungswege die gebrauchten und eingesammelten Verkaufsverpackungen gehen,
  • welche Probleme und Herausforderungen es beim Recycling der unterschiedlichen Materialien gibt und
  • worauf bereits beim Design von Verpackungen im Hinblick auf die Recyclingfähigkeit geachtet werden kann.

Dabei können die an dieser Session teilnehmenden Personen die Funktionsweise einer Sortieranlage auch mittels virtuellem 3D-Rundgang durch eine Sortieranlage (cycle space) kennenlernen.   Folgende Referentinnen freuen sich auf eine rege Diskussion mit dem Auditorium: Christina Schulz (Dipl.-Ing) Projektmanagerin Nachhaltigkeit, Qualität & Umwelt DSD – Duales System Holding GmbH & Co. KG   Dr. Ina-Maria Becker Produktmanagerin Marketing, Vertrieb Der grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH

Session 4: Qualitätsfaktoren der Ernährung

„Qualität ist das beste Rezept“ – welche Qualitätsfaktoren machen Lebensmittel erfolgreich?“

In dieser Session werden die verschiedenen Perspektiven auf die Qualitätsfaktoren der Ernährung und damit auch der Erfolg von Lebensmitteln im Markt betrachtet. Aufgrund der Vielfältigkeit dieser unterschiedlichen Perspektiven auf die Lebensmittelqualität startet die Session mit einem Überblick darüber, welche Qualitätsfaktoren generell Lebensmittel erfolgreich werden lassen können (Vortrag von Dr. Sabine Bornkessel, Hochschule Osnabrück und Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik). Dazu gehören sowohl unternehmensinterne Faktoren wie zum Beispiel eine kundenorientierte Forschung & Entwicklung oder ein verbraucherfreundliches Reklamationsmanagement als auch äußere Faktoren wie zum Beispiel rechtliche Rahmenbedingungen oder am Lebensmittelproduktionsprozess interessierte Stakeholder. Zwei weitere mögliche Blickwinkel auf die Qualität von Lebensmitteln werden in den folgenden Vorträgen näher betrachtet: Erstens erläutert Oliver Eck (TÜV NORD CERT GmbH) den Einfluss von verschiedenen Zertifizierungen auf die Lebensmittelqualität. Zweitens berichtet Diana Röwer (GEORG PLANGE) aus ihrem Alltag in der Qualitätssicherung eines Unternehmens, das den Rohstoff für viele weiterverarbeitete Lebensmittel herstellt und damit wie bereits der Rohstoff die Qualität der Endprodukte entlang der Wertschöpfungskette beeinflussen kann.

Session 5: Biotechnologie

Produkt- und Prozessinnovationen in der Getränketechnologie

In der Session werden aktuelle Forschungsprojekte und Entwicklungen in der Getränketechnologie diskutiert. Die Herstellung qualitativ hochwertiger Frucht- und Gemüsesäfte erfordert die Auswahl geeigneter Verfahren für die Fest-Flüssig Trennung. Die kontinuierliche Betriebsweise in Abwesenheit von Sauerstoff stellen wesentliche Vorteile der Unterdruckfiltration dar. Die Technologie wird durch einen Beitrag durch Herrn Uwe Pfalzgraf von der Fa. VACULIQ GMBH & Co. KG vorgestellt. Um die dadurch erreichte Produktqualität über Transport und Vertrieb bis zum Kunden zu erhalten sind geeignete Haltbarmachungsverfahren erforderlich. Die Möglichkeiten des Einsatzes nicht-thermischer Verfahren werden durch einen Beitrag von Julian Witt von der Fa. Elea GmbH aufgezeigt. In der Brauindustrie fallen große Mengen an Biertreber als Nebenprodukt an, der sich durch einen geringen Anteil löslicher Bestandteile auszeichnet. Am DIL wurde in Kooperation mit der TU München der Einsatz einer hydrothermalen Spaltung untersucht. Das im Rahmen der Session durch Martina Kiessling vorgestellte Verfahren erlaubt eine Hydrolyse von Biopolymeren und eine Nutzung als Fermentationssubstrat und Grundstoff zur Entwicklung von Getränken.

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